Wir begegnen ihm in Gärten, entlang von Bahngleisen und in der freien Natur: dem Sommerflieder, auch Schmetterlingsflieder genannt. Warum dieser Name? Weil zahlreiche Insekten gern von seinem süsslich duftenden Nektar naschen. Duft und Blütenpracht lassen jedoch kaum erahnen, dass es sich beim Sommerflieder um einen invasiven Neophyten handelt, dessen Inverkehrbringen in der Schweiz inzwischen gar gesetzlich verboten wurde. Warum das so ist und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie hier.

Wie der Sommerflieder in unsere Gärten kam

Wer sich das Bild von blühendem Sommerflieder vor Augen ruft, kann vermutlich erahnen, weshalb diese Pflanze in den heimischen Gärten, egal ob in Zürich, in Graubünden oder im Wallis, sehr beliebt war. Die üppigen Blüten, insbesondere in Violett, aber je nach Art auch in Blau, Rosa oder Weiss, bringen nicht nur Farbe in den Garten. Sie locken auch zahlreiche Schmetterlinge an. Zudem sind die bis zu drei Meter hohen Pflanzen eine imposante Erscheinung, die garantiert Blicke auf sich ziehen. Ausserdem ist die aus China und Tibet stammende Pflanze winterhart und recht pflegeleicht. Klingt alles erst einmal sehr gut, oder? Jedoch ist der Sommerflieder inzwischen, aus guten Gründen, als invasiver Neophyt eingestuft und verboten.

Warum ist der Sommerflieder in der Schweiz verboten?

Seit September 2024 ist der Verkauf von Sommerflieder in der Schweiz offiziell verboten. Aber warum? An dieser Pflanze scheint schliesslich auf den ersten Blick nichts verkehrt zu sein. Leider täuscht der erste Eindruck. Der Sommerflieder reduziert nämlich die Artenvielfalt, was sich empfindlich auf unser Ökosystem auswirkt. Er breitet sich unglaublich schnell aus, verdrängt einheimische Arten und entzieht somit vielen Insekten die Nahrungsgrundlage.

Warum ist der Sommerflieder nicht gut für Schmetterlinge?

Warum ist der Sommerflieder nicht gut für Schmetterlinge, wenn er sie doch anzieht? Der Sommerflieder lockt zwar die flatternden Insekten an, bietet ihren Raupen jedoch keinerlei Nahrung. Da er einheimische Futterpflanzen verdrängt, finden Raupen immer weniger geeignete Blätter, die als Futter dienen. So trägt der Sommerflieder paradoxerweise dazu bei, dass Schmetterlingsarten langfristig bedroht sind.

Quellen Bilder:
Sommerflieder mit Schmetterling, Bild 1: Pixabay
Sommerflieder mit Schmetterling, Bild 2: Pixabay
Sommerflieder mit Schmetterling, Bild 3: Pixabay

Was kann man anstelle von Sommerflieder pflanzen?

Der Sommerflieder muss also weg. Aber was kann man stattdessen pflanzen?

Wer Schmetterlinge trotzdem willkommen heissen möchte, findet in einheimischen Sträuchern passende Alternativen. Holunder und Kornelkirsche blühen ebenfalls prachtvoll, liefern Nektar für Insekten und Beeren für Vögel – und richtig verarbeitet sogar für den Menschen. Auch Wildrosen, Sanddorn oder die Zimt-Rose sind empfehlenswert. Für eine Auswahl, die auf Standort und Bedürfnisse abgestimmt ist, steht Ihnen die GGZ Gartenbau Genossenschaft Zürich gern zur Seite.

Quellen Bilder:
Holunder: Pixabay
Kornelkirsche: Pixabay
Sanddorn: Pixabay

Gemäss Bund besteht keine Pflicht, bestehende Pflanzen zu entfernen. Da sich der Sommerflieder jedoch invasiv ausbreitet, empfehlen wir, ihn durch eine biodiversitätsfreundliche Alternative zu ersetzen. Die Gartenexperten der GGZ Gartenbau Genossenschaft aus Zürich zeigen Ihnen verschiedene Möglichkeiten auf.

Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie sich an die Neobiotafachperson Ihrer Gemeinde wenden oder die GGZ Gartenbau Genossenschaft aus Zürich kontaktieren. Wir helfen Ihnen bei der Bestimmung und bei allfälligen Massnahmen.