Kirschlorbeer oder Sommerflieder sind in der Schweiz, egal ob in der Zürcher Innenstadt oder im Zürcher Umland, beliebte Pflanzen, die jedoch zu den invasiven Neophyten zählen. Und inzwischen stehen sie auch auf der schwarzen Liste. Aber wieso sind sie verboten und welche Alternativen für den Garten gibt es? Antworten dazu finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Wie kommen Neophyten zu uns?

Neophyten gelangen auf verschiedenen Wegen in die Schweiz. Früher geschah dies oft über Pflanzenimporte: Man holte sich gern exotische Pflanzen aus dem Ausland in die Gärten, ohne an die möglichen Folgen zu denken respektive zu ahnen, welche Folgen dies haben könnte. Auch über den weltweiten Warentransport und unabsichtliches Einschleppen erreichen zahlreiche Arten unser Land und fühlen sich hier wohl. Schon ein winziger Samen, der im Ausland in einen Schuh gerät, kann enorme Schäden anrichten.

Welche Neophyten gibt es in der Schweiz?

In der Schweiz sind viele Neophyten verbreitet, doch nicht alle sind problematisch. Gemäss info flora gibt es rund 50 invasive und 30 potenziell invasive Arten. Dazu zählen etwa der Seidige Hornstrauch, die Kiwi, der Schneeball, das Drüsige Springkraut oder das Einjährige Berufkraut, das dem Gänseblümchen täuschend ähnlich sieht.

Quelle Bilder:
Drüsiges Springkraut: Pixabay
Schneeball: Pixabay
Einjähriges Berufskraut: Pixabay

Warum sind Neophyten schädlich?

Nicht jeder Neophyt ist gefährlich. Doch jene, die invasiv sind, können grosse Probleme für Mensch, Tier, Ökosystem oder Landwirtschaft verursachen. Ein bekanntes Beispiel ist der Riesenbärenklau: Sein Pflanzensaft reagiert phototoxisch und kann in Kombination mit Sonnenlicht schwere Verbrennungen auslösen. Andere Arten verdrängen einheimische Pflanzen und nehmen damit Tieren die Nahrungsgrundlage. Wieder andere breiten sich so stark in der Landwirtschaft aus, dass sie Ernteausfälle verursachen.

Was kann man gegen invasive Neophyten im Garten tun?

Wir würden Ihnen gern eine Lösung präsentieren, die immer funktioniert. Doch je nach Pflanzenart ist das Vorgehen ein anderes. Wenn Sie also einen invasiven Neophyten im Garten haben, informieren Sie sich am besten genau über die Pflanze, um artenspezifisch zu handeln.

Und: Treffen Sie bei allfälligem Entfernen der Pflanzen die nötigen Schutzmassnahmen. Im Zweifelsfall hilft Ihnen die Neobiotastelle Ihrer Gemeinde weiter. Auch die GGZ Gartenbau Genossenschaft in Zürich unterstützt Sie gern.

Invasive Neophyten – einheimische Alternativen

Die gute Nachricht ist: Für die invasiven Arten gibt es passende ökologische Alternativen. Nachfolgend stellen wir Ihnen ein paar davon vor.

Geeignete Alternativen für den Kirschlorbeer

Der Kirschlorbeer ist wohl der bekannteste invasive Neophyt der Schweiz. Geschätzt wird er vor allem wegen seines immergrünen Laubs, das als Sichtschutz dient. Doch diese Funktion erfüllen auch die echte Lorbeere oder die Stechpalme. Besonders die Stechpalme ist eine wertvolle Alternative. Ihre weissen Blüten versorgen Bienen und Hummeln, die roten Früchte sind Nahrung für viele Vogelarten und auch die Blätter dienen Tieren als Futter. Zudem finden Stechpalmblätter, beispielsweise als Tee, in der Naturheilkunde Verwendung.

Quelle Bilder:
Kirschlorbeer: Pixabay
Stechpalme: Pixabay

So schön wie die vielblättrige Lupine

Die vielblättrige Lupine überzeugt durch ihre eindrucksvolle und schöne Erscheinung. Eine gute Alternative ist die pfirsichblättrige Glockenblume, die ebenfalls eine schöne Blüte ausbildet und spezialisierte Wildbienen anzieht. Auch der Muskateller-Salbei, beliebt bei Hummeln und Holzbienen, ist empfehlenswert. Weitere Schmuckstücke sind der hohe Rittersporn mit kräftig blauer Blüte oder der blaue Eisenhut, der meist eher violett wirkt. Aber Vorsicht: Der Eisenhut ist hochgiftig und sollte nicht in Gärten mit Kindern gepflanzt werden. Schon eine kleine Menge der Pflanze kann tödlich sein.

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Vielblättrige Lupine: Pixabay
Hoher Rittersporn: Pixabay

Einheimische Arten statt exotischer Verwandten

Viele invasive Neophyten haben einheimische Geschwister, die für unser Ökosystem bereichernd sind. So beispielsweise das Garten-Geissblatt anstelle des Japanischen Geissblatts, die Gewöhnliche Goldrute anstatt der Kanadischen Goldrute oder die Gold-Aster statt der Neubelgischen Aster. Es lohnt sich auf jeden Fall nachzuforschen, ob der bestehende invasive Neophyt eine einheimische Alternative zu bieten hat.

Sie brauchen Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Alternative für die Gegebenheiten Ihres Gartens? Oder Sie suchen nach den einheimischen Alternativen, kommen aber nicht weiter? Egal ob in der Stadt Zürich oder auf dem Land – die GGZ Gartenbau Genossenschaft steht Ihnen beratend zur Seite.

Quelle Bilder:
Goldaster: Pixabay
Neubelgische Aster: Pixabay

Quelle Titelbild: Pixabay

Die Gartenexperten der GGZ Gartenbau Genossenschaft helfen Ihnen bei der Bestimmung der Pflanzen in Ihrem Garten.

Natürlich helfen wir Ihnen nicht nur dabei, eine geeignete Alternative zu finden, sondern auch beim Entfernen der alten Pflanze, wenn Sie das wünschen. Unsere Gartengestalter unterstützen Sie bei Ihrem Gartenprojekt.

Je nach invasivem Neophyt ist der Umgang und das Inverkehrbringen oder nur das Inverkehrbringen verboten. Teilweise gibt es auch keine Regelung oder es gibt gemeindespezifische Vorschriften. Grundsätzlich gilt: Immer informieren und im Zweifelsfall lieber eine Fachperson kontaktieren. Auch die Gartenbauer der GGZ Gartenbau Genossenschaft aus Zürich unterstützen Sie gern beim Suchen und Umsetzen der richtigen Lösung.