Sie kommen in den Garten, freuen sich auf frischen Salat und knackiges Gemüse und dann – überall Schnecken, die es sich schmecken lassen. Doch nicht alle Schnecken mögen Gemüse und es sind auch nicht alle Arten potenzielle Schädlinge. Die gemütlichen Weichtiere sind sogar überaus nützlich für unser Ökosystem. Was können wir also gegen Schnecken im Garten tun, ohne zugleich das biologische Gleichgewicht zu stören?
Sind Schnecken im Garten gut oder schlecht?
Sind Schnecken im Garten denn nun gut oder schlecht? Die Antwort lautet: Sowohl als auch. Es gibt «friedliche» Schnecken, die sich von toten oder welkenden Pflanzenteilen, Aas oder sogar anderen Schnecken ernähren und unsere bunten Beete in Frieden lassen. Das sind dann auch diejenigen, die wir nicht vertreiben wollen. Und dann gibt es Schnecken, die Schäden im Garten hinterlassen. Dazu gehören die folgenden Arten:
Die Spanische Wegschnecke
Die Spanische Wegschnecke ist für die meisten Schäden in und an unseren Beeten verantwortlich. Sie ist wenig anspruchsvoll, was Kulinarik und Lebensraum betrifft. So frisst sie sich von Salat über Gurken bis hin zur Zucchini einmal quer durchs Beet und das quasi überall in der Schweiz – in Bergregionen, am See und auch mitten in der Stadt Zürich. Das Weichtier ist bei uns aber nicht heimisch und wurde mutmasslich vor einigen Jahrzehnten eingeschleppt.
Aufgrund seiner starken Schleimabsonderung hat der schleimige Vielfrass kaum Fressfeinde und kann auch längere Trockenperioden gut überstehen. Diese Schnecke besitzt kein Haus, ist länglich und braun und hat dunkle Fühler. Zudem ist sie von unserer heimischen Roten Wegschnecke kaum zu unterscheiden, die jedoch aufgrund der starken Vermehrung der Spanischen Wegschnecke immer mehr verdrängt wird.

Quelle Bild Spanische Wegschnecke: Wikimedia
Die Genetzte Ackerschnecke
Die Genetzte Ackerschnecke bevorzugt junge, zarte Pflanzen und genau das führt häufig zu Problemen. Durch das Abfressen der Blätter können Pilzkrankheiten entstehen, die im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanzen führen. Doch die Schnecke frisst nicht nur junge Pflanzen, sondern auch Keimlinge und sogar Saatgut. Damit wird sie vor allem für die Landwirtschaft zu einem ernsthaften Problem, denn ihr Frass kann erhebliche Ernteausfälle verursachen. Zusätzlich mindern Schleim- und Kotspuren auf den Ernteprodukten deren Qualität.
Die Genetzte Ackerschnecke erkennen Sie an Ihrem 3,5 bis 5 Zentimeter langen Körper, der ebenfalls über kein Haus verfügt. Sie ist braun-grau gefärbt und verfügt über netzartige Flecken.

Quelle Bild Genetzte Ackerschnecke: Wikimedia
Die Echte Gartenwegschnecke
Die Echte Gartenwegschnecke schadet ebenfalls aufgrund ihres Appetits. Sie liebt verschiedene im Garten auffindbare Pflanzen – besonders Salat, Erdbeeren oder Stauden. Dadurch wird sie zu einem besonders lästigen Gartenbewohner.
Die Echte Gartenwegschnecke kann bis zu 15 Zentimeter lang werden und rötlich oder braun bis schwarz sein. Auch sie ist nackt und verfügt über kein Schneckenhaus.

Quelle Bild Echte Gartenwegschnecke: Wikimedia
Wie bekomme ich Schnecken aus dem Garten weg?
Die Frage sollte weniger lauten, wie Sie Schnecken aus dem Garten wegbekommen, sondern vielmehr, wie Sie sie von den Beeten fernhalten. Denn fast jede Schneckenart ist für das Ökosystem auf die eine oder andere Art wichtig. Wir teilen mit Ihnen die besten Tipps für ein schneckenfreies Beet und verraten, was Sie auf keinen Fall tun sollten.
Schneckenzäune oder Schneckenkragen
Eine der effektivsten Methoden sind Schneckenzäune und -kragen, die Sie rund um die Pflanzung anbringen können. Wichtig ist dabei zu beachten, dass keine Pflanzenteile herausragen und dass der Zaun tief genug im Boden verankert ist. Achten Sie darauf, dass Sie alle Schnecken und auch deren Eier aus der eingezäunten Zone entfernen.
Schnecken-Snack für Gartenbewohner
Igel, Eidechsen oder Blindschleichen schätzen einen Schnecken-Snack zwischendurch und helfen somit auf ganz natürliche Weise, die schleimigen Tiere in Schach zu halten. Sie müssen lediglich dafür sorgen, dass Sie einen naturnahen und bewohnerfreundlichen Garten mit geeigneten Unterschlupfmöglichkeiten, Nahrungs- und Wasserquellen haben.
Wichtig: Leider steht die Spanische Wegschnecke nicht gerade zuoberst auf der Speisekarte, da diese sehr viel Schleim produziert. Das ist nicht nur kulinarisch nicht gerade das Gelbe vom Ei, sondern kann auch zur Erstickungsgefahr werden.
Parasiten gegen Schnecken
Auf kleineren Flächen ist es möglich, den Schnecken mit sogenannten Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita zu Leibe zu rücken. Allerdings hilft das nicht gegen Wegschnecken, da sich diese über dem Boden befinden und die Nematoden sich im Boden aufhalten. Gegen Ackerschnecken sind die Nematoden jedoch äusserst effektiv. Und da die Parasiten nur spezifisch Schnecken befallen, sind sie für andere Tiere unbedenklich.
Laufenten und Hühner im Garten halten
Laufenten und Hühner in Kombination beseitigen nicht nur die lästigen Schnecken, sondern auch deren Eier. Daher sind sie die perfekten Gartenbewohner. Allerdings lohnt sich die Haltung der Tiere nur bei grösseren Grundstücken und wenn man auch dazu bereit ist, in die artgerechte Haltung zu investieren. Für den vielleicht eher kleinen Zürcher Stadtgarten ist diese Methode also weniger geeignet.

Schnecken sammeln
Eine weitere sehr effektive Methode ist das Schneckensammeln. Dafür legen Sie Holzbretter, Dachziegel oder Blumentöpfe als Verstecke aus. Frühmorgens oder abends, nachdem es warmen Regen gegeben hat, stehen die Chancen gut, dass Sie die Tiere unter den Verstecken finden und einsammeln können. Danach bringen Sie die Schnecken so weit wie möglich von Ihrem Garten in die Natur weg – mindestens aber 50 Meter. Achten Sie aber darauf, die Schnecken nicht in Waldnähe auszusetzen, damit sie nicht andere Arten gefährden.
Mit bedachter Gartenpflege gegen Schnecken
Wie so oft hilft bedachtes und präventives Vorgehen, um die Verbreitung von gefrässigen Schnecken in Ihrem Garten zu verhindern. Die Tiere mögen es feucht. Giessen in den frühen Morgenstunden und eine nicht flächendeckende Bewässerung machen es den Schnecken schwer, sich fortzubewegen, da sie grossflächige Nässe in den Abendstunden für die Futtersuche bevorzugen. Offen gehaltene und dünn gemulchte Böden helfen, den Boden schneller abzutrocknen. Sägemehl oder Kalk um die Beete mögen Schnecken ebenfalls nicht, beides muss aber regelmässig neu ausgegeben werden.
Das sollten Sie auf keinen Fall tun
Unterlassen Sie das Auslegen von Schneckenkörnern. Nicht nur, dass damit sämtliche Schnecken bekämpft werden. Die Körner wirken auch nicht selektiv und gefährden somit auch andere Tiere im Garten.
Auch Tipps wie Bierfallen oder Salzstreuen hört man oft. Während Salz ökologisch gesehen für Ihren Garten und die Umwelt keinerlei Sinn macht, locken Bierfallen nicht nur die Schnecken in Ihrem Garten an, sondern auch noch alle anderen, die sich in der Nähe befinden. Im schlimmsten Fall haben Sie danach mehr Schnecken im Garten als vorher.
Die Gartenpfleger der GGZ Gartenbau Genossenschaft aus Zürich sind Ihnen gern behilflich.
Das ist kein Problem. Die Gartenbauer der GGZ Gartenbau Genossenschaft machen Ihren Garten, egal ob in der Stadt Zürich oder auf dem Land, wieder fit und setzen passende Ideen um. Gleichzeitig machen wir Ihren Garten schneckensicher.
Melden Sie sich bei den Expertinnen und Experten der GGZ Gartenbau Genossenschaft aus Zürich. Wir beraten Sie gern.









