Auf den ersten Blick mag die Frage, was Baumwurzeln sind und welche Aufgaben sie erfüllen, einfach erscheinen. Doch hinter diesem lebenswichtigen Organ steckt weit mehr, als man vermuten würde. In diesem Artikel gibts interessante Fakten zu Baumwurzeln und Baumwurzelarten sowie wichtige Hinweise für das Pflanzen von Bäumen.
Welche Aufgaben hat die Baumwurzel?
Auf der einen Seite erfüllt die Baumwurzel die Aufgabe, den Baum im Boden zu verankern, damit er gegen Wind und Wetter gewappnet ist. Im Innern des Wurzelsystems laufen jedoch auch eine Vielzahl von natürlichen Prozessen ab, die das Überleben des Baumes sichern. So nehmen die Wurzeln nicht nur Wasser, sondern auch Nährstoffe aus dem Boden auf.
Welche Wurzelarten gibt es bei Bäumen?
Bäume verfügen über verschiedene Wurzelarten, die jeweils spezielle Eigenschaften und Funktionen haben. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Wurzeltypen vor.
Flachwurzler
Flachwurzler breiten ihre Wurzeln überwiegend nah an der Bodenoberfläche aus und dringen nicht tief in den Boden ein. Die Wurzeln wachsen in einer teller- oder strahlenförmigen Struktur. Bei älteren, grossen Bäumen können sogar freiliegende Wurzeln sichtbar sein. Flachwurzler beziehen Wasser und Nährstoffe hauptsächlich aus oberflächennahen Erdschichten, weshalb sie in Trockenperioden besonders auf ausreichende Bewässerung angewiesen sind. Aufgrund ihrer Wurzelstruktur sind Flachwurzler anfälliger für starke Winde und Sturm. Zu den typischen Flachwurzlern gehören Weide und Fichte sowie Obstbäume wie Apfel und Kirsche.

Quelle Bild entwurzelte Fichte (Flachwurzler): Wikimedia
Tiefwurzler
Wie es der Name bereits sagt, wachsen Tiefwurzler in die Tiefe. Die senkrecht verlaufende Hauptwurzel kann mehrere Meter tief in den Boden hineinwachsen. Einmal festgewachsen, ist es nahezu unmöglich, einen Tiefwurzler wieder komplett zu entfernen. Pflanzen, die Wurzeln haben, die sich bis tief ins Erdreich erstrecken, sind sicher im Boden verankert und weniger anfällig für starke Winde. Zu den Tiefwurzlern gehören beispielsweise Walnuss, Föhre, Weissdorn oder Rosen.

Quelle Bild Kiefer (Tiefwurzler): Pexels
Herzwurzler
Herzwurzler kombinieren die Eigenschaften von Flach- und Tiefwurzlern. Sie bilden sowohl tiefreichende Wurzeln aus als auch solche, die sich in der Breite nahe der Erdoberfläche ausdehnen. Ein Querschnitt eines solchen Wurzelsystems erinnert an die Form eines Herzens, was diesen Wurzeln ihren Namen gibt. Beispiele für Herzwurzler sind Buche, Ginkgo, Birke und Linde.

Quelle Bild Buche (Herzwurzler): Pixabay
Was muss man beachten, wenn man einen Baum pflanzt?
Nachdem wir die verschiedenen Wurzelsysteme der Bäume kennengelernt haben, ist es wichtig zu wissen, worauf man beim Pflanzen eines Baumes achten sollte.
Was ist bei Flachwurzlern zu beachten?
Flachwurzler eignen sich gut für schwierige Böden, da ihre Wurzeln nicht tief ins Erdreich vordringen. Allerdings sollte um den Baum herum ausreichend Platz vorhanden sein, damit sich die Wurzeln ungehindert ausbreiten können. Eine Faustregel besagt, dass das Wurzelsystem ungefähr so breit ist wie die Baumkrone. Es gibt jedoch auch Bäume, deren Wurzelsysteme weit darüber hinausgehen können. Um Schäden zu vermeiden, sollten mindestens zehn Meter Abstand zu Gebäuden und drei Meter zu Wegen und Pflasterflächen eingehalten werden. Falls dieser Abstand nicht möglich ist, kann eine Wurzelsperre eingesetzt werden. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da die Pflanze an einem windgeschützten Ort stehen sollte. Können die Wurzeln sich nicht ungehindert ausbreiten, steigt das Risiko, dass der Baum bei starkem Wind nicht standhält.
Für die Unterpflanzung von Flachwurzlern gilt: Da sie hohen Wurzeldruck ausüben, können nicht alle Pflanzen in ihrer Nähe gedeihen. Es gibt jedoch einige bodendeckende Stauden, die dem Wurzeldruck standhalten.
Das ist bei Tiefwurzlern wichtig
Tiefwurzler benötigen aufgrund ihrer Wuchsform wenig Platz in der Breite, aber eine ausreichende Bodentiefe. Daher eignen sie sich besonders für die Pflanzung in der Nähe von Gebäuden, Wegen oder Rohrleitungen. Tiefwurzler konkurrieren in der Regel nicht mit Nachbarpflanzen, sind weniger anfällig für Windschäden und verfügen über eine hohe Trockenheits- und Winterresistenz. Allerdings sollte der Standort sorgfältig gewählt werden, da das Umpflanzen grösserer Tiefwurzler nahezu unmöglich ist.
Herzwurzler – widerstandsfähige Anpasser
Herzwurzler vereinen die Eigenschaften von Flach- und Tiefwurzlern, was bedeutet, dass auch ihre Vor- und Nachteile kombiniert auftreten können. Die Nähe von Gebäuden, Leitungen und Strassen sollte, wie bei den Flachwurzlern, vermieden werden. Allfällige Bodendecker müssen wiederum einem hohen Wurzeldruck standhalten können. Ein besonderer Vorteil von Herzwurzlern ist ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Bodenverhältnisse. Je nach Beschaffenheit des Bodens entwickeln sie stärker ausgeprägte Wurzeln in die Breite oder in die Tiefe, wodurch sie besonders widerstandsfähig gegenüber Wind und Wetter sind.

Der Feldahorn kann sich dank seiner Herzwurzeln an unterschiedliche Bodenverhältnisse anpassen.
Quelle Bild Feldahorn (Herzwurzler): Wikimedia
Quelle Titelbild: Pixabay
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