Winterschutz – gewusst wie

Die meisten Stauden sind winterhart und überstehen die kalte Jahreszeit problemlos. Den besten Winterschutz bietet die Natur mit einer isolierenden Schneeschicht. Doch wenn der Schnee ausbleibt, wird es kritisch. Dann sind nicht nur die Stauden im Beet, sondern auch die Stauden in Töpfen der Winterkälte ausgesetzt und müssen entsprechend zurechtgemacht und geschützt werden. Doch Vorsicht mit voreiligem Winterschutz! Schützen Sie Ihre Pflanzen erst bei mehrtägigem Bodenfrost ohne Schneefall. Als Folge des Klimawandels kann der November noch zweistellige Temperaturen erreichen. Wer an zu warmen Tagen einen Winterschutz anbringt, schadet den Stauden, da es einen Schädlings- und Pilzbefall fördert. Auch falsches Giessen kann unliebsame Folgen für die Stauden haben.

Schnipp-Schnapp, Staude ab?

So unterschiedlich die Staudenarten sind, so verschieden ist auch der Zeitpunkt des letzten Schnittes. Da nur die oberirdischen Teile der Stauden absterben, raten wir von einem Schnitt im Herbst ab. Nicht zuletzt deshalb, weil die abgestorbenen Stauden vielen Kleintieren und Nützlingen als Winterquartier und Nahrungsquelle dienen. Und  eingedorrte Blütenstände sehen wunderschön aus, wenn sie im Frost glitzern.

Bei Staudenarten, die nach der Blüte zu Mehltau tendieren, wie etwa das Lungenkraut oder bestimmte Geraniumsorten, empfehlen wir einen Sommerschnitt. Auch bei Taglilien, Rittersporn, Astern, Schafgarben, Frauenmantel, Margeriten und anderen sommerblühenden Stauden lohnt sich ein Rückschnitt nach der ersten Blüte. Durch diesen Remontierschnitt blühen die Stauden dann ein zweites Mal. Lupinen und Akelei hingegen schneidet man nach der Blüte, um eine starke Aussaat zu verhindern. Es kann sich durchaus lohnen, das Schneiden dem Profi zu überlassen. Mit seiner Erfahrung weiss er am besten, welcher Schnitt für welche Staudenart richtig ist.

Flüssigkeitszufuhr im Winter

Dass der Winter sich langsam bemerkbar macht, bedeutet nicht automatisch, dass Stauden kein Wasser mehr benötigen. Natürlich benötigen die Pflanzen im Winter weniger Wasser als im Sommer. Doch Staudenpflanzen können im Winter durch Wassermangel oder falsches Giessen Schaden nehmen. Eingerollte Blätter weisen auf einen Wassermangel hin. Giessen vor dem ersten Frost wäre ideal. Zusätzlich schützt man die Stauden mit einem Gartenvlies vor zu viel Sonneneinstrahlungen. Dabei sollte man beachten, dass die Stauden nicht unter anhaltender Feuchtigkeit stehen, was bei Stauden in Töpfen öfter vorkommt. Deshalb ist darauf zu achten, das Abflussloch immer freizuhalten wird und dass die Pflanze nicht im Wasser steht.

Winterschutz im Staudenbeet

Fällt kein Schnee, der die Stauden mit seiner isolierenden Schicht warmhält, und ist der Frost von kurzer Dauer, werden die oberirdischen Pflanzenteile durch intensive Sonneneinstrahlung aufgetaut. Jetzt wird es gefährlich. Denn die Stauden verdunsten Wasser und fangen an, auszutrocknen. Ist der Boden noch gefroren, können die Wurzeln kein Wasser aufnehmen. Aufgrund des Klimawandels könnte dies in Zukunft häufiger vorkommen. Immergrüne Stauden haben es schwerer als andere Staudenarten. Sie verdunsten das Wasser schneller und neigen dazu, rascher auszutrocknen. Sie lassen sich retten, indem man sie mit einem Schutz aus Fichtenreisig, Stroh oder Laub bedeckt. Für grössere Stauden oder Stauden in Töpfen eignet sich auch ein luftdurchlässiges Vlies. Diese Schicht ersetzt die isolierende Schneeschicht und schützt die Pflanze vor der Sonne. Bleibt ein Dauerfrost aus, sollten Stauden mit weichen Stielen und viel Laub entfernt werden, damit Schädlinge wie Nacktschnecken keine Möglichkeit haben, den Winter in den Stauden zu verbringen und damit kein Pilzbefall sich über die Stauden hermacht.

Stauden im Topf warmhalten

Ein Topf schützt nicht vor der Kälte im Winter. Stauden in Töpfen brauchen einen gezielten Winterschutz, da der Topf, anders als das Beet, ganz durchfrieren kann. Wer die Möglichkeit hat, kann die Pflanzen in einem kühlen Raum mit maximal 10 Grad oder an der Nordseite des Hauses platzieren. Dort können sie gut überwintern. Wichtig ist, dass das Wasser im Topf abfliessen kann. Sonst sammelst sich Staunässe an und die Wurzeln beginnen zu faulen. Um die Wurzeln vor dem Durchfieren zu bewahren, kann man die Topfstaude auch ins Beet umpflanzen, wo die Wurzeln weniger durchfrieren. Mit deutlich weniger Aufwand lässt sich die Staude mit einer Luftpolsterfolie, Kokosmatten oder dickem Vlies schützen. Mit der Folie wird vor allem der Topf dick eingewickelt, während die oberirdischen Teile mit dem luftdurchlässigen Vlies vor der direkten Sonne geschützt werden. Auch hier darf keinesfalls das Wässern vergessen werden. Denn sobald die Wurzeln auftauen und die Staude stark besonnt wird, braucht sie wieder Wasser.

Ziergräser zusammenbinden

Ziergräser darf man vor dem Einbrechen des Winters niemals schneiden. Diesen Stauden dienen die eigenen Blätter und Blütenstände als Frostschutz. Zu diesem Zweck bindet man die langen Halme mit breiten Bändern zusammen. Das Zusammenbinden der Halme schützt auch vor Fäulnis durch das Eindringen von zu viel Wasser. Ziergräser bieten ebenfalls einen Schutzraum sowie eine Nahrungsquelle für kleine Nagetiere, Vögel und Insekten. Einige Gräser wie Chinaschilf, Riesen-Federgras oder Blaustrahlhafer reagieren empfindlich auf Nässe. Sie sollte man deshalb nicht zusammenbinden.


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